1. Verein kämpft um Erhalt des Tierheims

    Jahreshauptversammlung Tierschutzverein / Hohe Vermittlungszahlen / Paderborner Modell

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    BÜCKEBURG (hb/m). Auf der Jahreshauptversammlung des Tierschutzvereins Bückeburg-Rinteln und Umgebung machte die Vorsitzende Monika Hachmeister deutlich, dass sich der Verein ernsthaft Sorgen um den Erhalt seines Tierheims machen muss.

    Schatzmeister Kurt Wiegand gab bekannt, dass der Tierschutzverein das Jahr 2009 mit einem Verlust in Höhe von rund 47.000 Euro abgeschlossen hat, nachdem bereits in 2008 ein Verlust in Höhe von über 85.000 Euro ausgewiesen werden musste. "Wir werden weiter arbeiten und darum kämpfen, aus dieser Krise wieder heraus zu kommen", versprach Hachmeister und erinnerte daran, dass man es 2002 schon einmal geschafft hat.

    Werden in ihren Ämtern bestätigt: Kurt Wiegand und Petra Busche

    Monika Hachmeister: "Tierschutz geht uns alle an."

    Den Tierheimen in Deutschland geht es allgemein schlecht, weil sie die steigenden Kosten nicht auffangen können. Die Kommunen sind nur für die Versorgung von Fundtieren zuständig. Die Tierheime erhalten aber immer mehr Abgabetiere, vor allem alte und kranke Hunde, von denen sich die Menschen trennen, weil sie, so Hachmeister, die Kosten für sie nicht mehr bezahlen können oder auch nicht bezahlen wollen.

    Ein Problem bereiten den Tierschützern auch die sich dramatisch vermehrenden Katzen; denn immer weniger Menschen lassen ihre Katzen kastrieren.

    Die enormen Tierarztkosten in Höhe von knapp 50.000 Euro, darunter auch hohe Kosten für die vielen Kastrationen, haben den heimischen Tierschutzverein in eine finanzielle Schieflage gebracht. Drei sehr gute Mitarbeiter habe man entlassen müssen. Hoffnung macht den Tierschützern das sogenannte "Paderborner Modell". Dort hat man vor zwei Jahren eine Verordnung erlassen, mit der alle Katzenbesitzer dazu verpflichtet werden, ihre Katzen kennzeichnen und kastrieren zu lassen.

    In einem Gespräch mit Vertretern der Stadt Bückeburg und der anderen fünf Kommunen, für die man Aufgaben des Tierschutzes übernommen hat, sei man, so Hachmeister, nicht gerade auf Begeisterung gestoßen. Das Vorhaben soll auf Kreisebene geprüft werden. Zudem habe man bei den Kommunen einen Antrag auf Erhöhung der im Jahr 2002 festgesetzten Betriebskosten gestellt. Zurzeit erhält der Verein insgesamt knapp 39.000 Euro von den Städten.

    Die Vorsitzende räumte mit dem dummen Gerede auf, "dass man im Tierheim Bückeburg kein Tier bekommt". So seien allein 110 Hunde und 224 Katzen vermittelt worden. "Wir verkaufen die Tiere allerdings nicht als Ware, sondern vermitteln sie als lebendige, fühlende Wesen an wirkliche Tierfreunde", so Hachmeister. Erfreulicherweise ist die Mitgliederzahl auf 310 Personen leicht angestiegen. Barbara Witt wurde ebenso einstimmig als stellvertretende Vorsitzende wiedergewählt wie Schatzmeister Kurt Wiegand und Schriftführerin Petra Busche.

    "Pure Unwissenheit" bescheinigte Bürgermeister Reiner Brombach in seinem Grußwort den Kritikern des Tierschutzvereins und empfahl diesen Personen, das Tierheim einmal zu besuchen und sich von der ehrenamtlich geleisteten Arbeit dort zu überzeugen. Brombach kann sich eine Erhöhung der Zuschüsse als "Zeichen für eine Wertschätzung" vorstellen. Eine Verordnung wie in der Stadt Paderborn hält er durchaus für sinnvoll, sieht aber Probleme bei der Durchführung notwendiger Kontrollen. Foto: hb/m