1. Kinder beobachten Bäume beim Aufwachsen

    Pflanzaktion mit über 100 Kindern und Erwachsenen

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    EVESEN (hb/m). In einer gemeinsamen Aktion der Grundschule Evesen mit dem Förderverein Bückeburger Niederung ist am Freitagnachmittag eine Streuobstwiese angelegt worden. "Mit so einem Zuspruch habe ich nicht gerechnet", sagte Schulleiter Rolf Thielke in seiner Begrüßungsansprache. Mehr als 100 Kinder und Erwachsene hatten sich an der Pflanzaktion auf der Wiese zwischen dem Sportzentrum Evesen und der Aue beteiligt.

    Kinder und Erwachsene haben auf der Streuobstwiese Apfelbäume und einen Zwetschgenbaum gepflanzt.

    Junge und ältere Teilnehmer waren mit Schubkarren und Gartengeräten erschienen, um unter der fachlichen Leitung von Eva von Löbbecke-Lauenroth, Wolfhard Müller und Anne Ziller acht Apfelbäume und einen Zwetschgenbaum zu setzen. "Für Kirschen- und Birnenbäume ist der Boden nicht geeignet", erläuterte Müller. Zu den ausgesuchten Sorten gehören unter anderem "Geheimrat Oldenburg", "Boskop", "Holsteiner Cox" und die "Deutsche Hauszwetschge".

    Streuobstwiesen sind nach den Worten der biologischen Experten Eva von Löbbecke-Lauenroth und Anne Ziller ein prägender Bestandteil der mitteleuropäischen Kulturlandschaften und spielen aufgrund ihrer enormen Artenvielfalt eine bedeutende Rolle. Sie gehörten zu den ertragreichsten Biotopen und förderten wichtige Vogelarten wie zum Beispiel Steinkauz und Grünspecht.

    "Die Kinder können die Obstbäume beim Aufwachsen beobachten und den biologischen Wachstumsprozess von der Blüte bis zur Fruchtreife beobachten", begründete Schulleiter Rolf Thielke die Anlage der Streuobstwiese. Zudem könne das Obst in der Schule verwendet und auch verzehrt werden. Mit der ersten Ernte könne es aber noch, so Müller, "vier bis fünf Jahre dauern". Thielke sieht die räumliche Nähe zur Schule als vorteilhaft an, so dass kurzfristige Exkursionen dorthin möglich sind. Zudem sei die Streuobstwiese eine Ergänzung zum bereits laufenden schulischen Naturprojekt "Kinder als Naturforscher". Wolfhard Müller hofft, dass Anträge des Fördervereins Bückeburger Niederung bewilligt werden und Fördergelder aus dem "Leader-Projekt" und von der Volksbanken-Stiftung fließen, die im Herbst "für 30-40 weitere Bäume auf der Streuobstwiese, einen Schulteich und die renaturierte Aue" eingesetzt werden könnten. Wenig Verständnis hat Müller dafür, "dass die Stadt die ihr gehörende Wiese seit Jahren so liegengelassen hat, anstatt früher in Verbindung mit der Schule etwas Sinnvolles zu machen". Foto: hb/m