BÜCKEBURG (hb/m). Rückenwind bekommen Tierschützer mit ihrer Forderung nach einer Katzenschutzverordnung auch von den Bückeburger Grünen. So heißt es in einer Pressemitteilung des Bückeburger Stadtverbandes von Bündnis 90/Die Grünen. So werde eine Reglung gefordert, mit der Katzenhalter verpflichtet werden, ihre Tiere kastrieren und per Chip kennzeichnen zu lassen. Wie das funktionieren kann, ließen sich die Stadtverbandsmitglieder von Grünen aus Porta-Westfalica erläutern, wo diese Forderung bereits umgesetzt wird.
Die Portaner Grüne und Tierärztin Sylvia Arnold skizzierte Weg und Ziel. Wie im Landkreis Schaumburg, so platzen auch im Nachbarkreis Tierheime voller Katzen aus allen Nähten. Wo immer Katzen und Kater sich unkontrolliert näher kommen, droht schon im Laufe von Monaten ein "lawinenartiger Zuwachs".
Die Bückeburger Bündnisgrünen erfuhren, wie unaufgeregt das Problem in der Stadt Paderborn mit einer bereits 2008 umgesetzten Katzenschutzverordnung im Alltag funktioniert. Man habe dort sechsmal mit Tierhaltern telefonieren müssen. Mehr Verwaltungsaufwand habe es nicht gegeben; zusätzliches teures Personal im Ordnungsamt, ein beliebtes Argument der Verordnung-Verhinderer, sei nicht erforderlich gewesen.
Die Portaner Grünen haben die Erfahrung gemacht, "dass allein das Vorhandensein der neuen Rechtslage fast immer ausreicht, damit auch der letzte Katzenhalter von sich aus zur Vernunft kommt". Wer mehr Katzen besitze, als er sich leisten könne, dem müsse vom Tierschutz zur Entschärfung der Lage erst recht geholfen werden. Sogar beim Sparen könne die gewünschte Regelung helfen. Städte und Gemeinden seien auch ohne Verordnung verpflichtet, für herrenlose Fundtiere aufzukommen. So komme es, dass im Rathaus zum einen über zunehmende Kosten geklagt werde, während Tierheime allerorten klagen, dass die zu eng bemessenen finanziellen Pauschalen der Kommunen angesichts der vielen Tiere vorn und hinten nicht ausreichen.
Wenn man mit Vorstandsmitgliedern des heimischen Tierschutzvereins spricht, freut man sich über den Rückenwind aus den Reihen der Grünen. Nachdem die Bückeburger Grünen aber bereits im Spätsommer letzten Jahres während des Wahlkampfes eine Katzenschutzverordnung nach dem "Paderborner Modell" in ihrem Wahlprogramm formuliert hatten, wundert man sich allerdings, wann der Rückenwind denn mal zu einem Ergebnis führt. Die Grünen sitzen schließlich seit Jahren im Stadtrat in einer Mehrheitsgruppe. Möglicherweise, wird vermutet, werde auch ein zu intensiver "Kuschelkurs" gegenüber dem Bürgermeister gepflegt.
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